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09.11.2010
Brust oder Keule?

Gar nicht inkognito, wie etwa Louis de Funes als schlechtgelaunter Gastronomie-Tester in dem bekannten Filmstreifen der 70iger Jahre - sondern bestens aufgelegt in Begleitung ihrer "besseren Hälften" und "hörnerbewehrt" fanden sich zur sonst üblichen Probenzeit die Bläserinnen und Bläser sowie alle passiven Mitglieder der JBG Zons pünktlich zum diesjährigen Gänsebratenessen im großen Festsaal der Gaststätte Schönewald "Zum Anker" in Nievenheim ein.

Nicht wenigen Teilnehmern dieser JBG-Traditionsveranstaltung war eine gewisse Anspannung schon bei der gedanklichen Vorwegnahme eines saftigen Gänsebratens deutlich anzumerken, und so schweiften die Blicke immerzu in Richtung des Küchenausgangs - stets in Erwartung eines prall gefüllten Servierwagens voller kulinarischer Köstlichkeiten.

Um die Contenance der Anwesenden nicht auf's Äußerste zu strapazieren, gab Erich Segschneider nach einer kurzen Ansprache des 1.Vorsitzenden (Peter Schnee) sogleich das Kommando "Horn auf", worauf die Signale "Begrüßung" und "Zum Essen" - diesmal aus gegebenem Anlass  stringendo  vorgetragen - angestimmt wurden.

Mit dem so forcierten Auftragen der Vorspeise "Gänseleber an Feldsalat mit Apfelstückchen und Rosinen in einer würzigen Vinaigrette" steigerte sich der Appetit geradezu ins Unermessliche - ein Zustand, der in psychologischen Fachkreisen treffend als "lustvoll geprägtes Verlangen, etwas Bestimmtes zu essen" (wikipedia) beschrieben wird - wie wahr!

Danach ging alles Schlag auf Schlag. Helfende Hände von allen Seiten, die in Windeseile den Hauptgang einschwenkten. Unter ausgehungerten Blicken füllten sich die Teller zusehens mit üppigen Portionen von apfel-, rosinen- bzw. maronengarnierten Gänsebrüsten/-keulen, Speck-Rosenkohl-Arrangements, handgeriebenen Knödeln, goldgelben Petersilien-Kartoffeln, duftendem Blaukraut und nicht zuletzt einer vorzüglichen Bratensauce, die Assoziationen an die bildliche Darstellung des Schlaraffenlandes von Pieter Brueghel d.Ä. weckten.

Die Konversation geriet in diesem Moment verständlicherweise in wenig ins Hintertreffen. Die anfängliche Spannung in den Gesichtszügen verlagerte sich fühlbar in die Bauch- bzw. Gürtelzone.
Hart Gesottene orderten zum Dessert mutig noch eine Kaiserschmarrn-Portion - Respekt!
Für einen verirrten Thunfisch-Salat indes fand sich beim besten Willen kein Abnehmer mehr.

Alles in allem ein schöner, unterhaltsamer und kalorienreicher Abend. Ein besonderes Lob an dieser Stelle an den Koch im Hause Schönewald für das vorzügliche Festmahl! U.W.