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Bläserauftritt Heiligabend 2006
Von Weihnachtsliedern, Hechtsuppen und Wäscheklammern

„Treckt öch bluuß warm ahn, do ovve trick et wie Hechtsuppe. Und denkt unbedingt an die vier Wäscheklammern, sonst sind eure Noten auf einmal vom Winde verweht!“. Gute Ratschläge von Erich Segschneider, die er uns an den beiden letzten Ventilhorn-Proben wiederholt ans Herz legte. Es ging um unseren letzten Auftritt in diesem Jahr, am Heiligen Abend gegen 16.00 Uhr. Vom Wehrgang der Zonser Stadtmauer spielten wir bei Temperaturen von knapp über Null Weihnachtsklassiker wie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“,  „Alle Jahre wieder“, „Kling, Glöckchen, kling“… Zum Glück war es dann doch nicht so windig wie befürchtet, die kalte Witterung machte uns aber schon zu schaffen. Die Finger wurden klamm und klammer, die Ventile ließen sich auch nicht mehr so leicht bewegen, die Mundstücke drohten zwischen den Pausen auszukühlen und das Kondenswasser musste schon nach jedem Musikstück aus den Instrumenten gekippt werden.

Für das dankbar applaudierende Publikum nahmen wir diese kleinen Handicaps aber gerne in Kauf.

Und was wäre noch zu berichten? Ach ja, die ersten von uns waren schon eine halbe Stunde vor der Zeit am Ort des Geschehens. Weit und breit niemand, der uns die Türe zum Wehrgang hätte aufschließen können. Kurz vor vier, wir waren längst komplett versammelt, standen wir immer noch vor verschlossener Tür. Not macht bekanntlich erfinderisch. Ventilhornbläser und Schlossermeister Günter B. aus J. (Name der Redaktion bekannt ;-)), meinte: „Das hier muss ein primitives Kastenschloss sein. Hät ich nenn Draht, ich könnte ja mal versuchen, das Ding zu knacken.“ Nun, an einem effen Drähtchen scheitert es im Kreise gestandener Jägersleut eher nicht. Das war schnell organisiert.
Leider war das gute Stückchen etwas zu kurz und zudem recht weich. Günter B. aus J. ließ sich davon nicht abschrecken und rückte hinter unseren breiten Rücken diskret und engagiert dem Schloss zu Leibe. Auch der Einwand: „Günter, denk dran, du musst die Tür nachher auch wieder abschließen!“, schreckte den Meister nicht. Bevor sich bei ihm aber der Erfolg einstellen konnte, winkte von weitem auch schon Ventilhornkollege Stefan Maxeiner triumphierend, den aufgetriebenen Schlüssel fest in der Hand. Er hatte die Nachbarschaft abgeklappert und sich bis zu demjenigen durchgefragt, der die Schlüsselgewalt hatte. So, und was lernen wir alle daraus? Nur Sprechenden kann geholfen werden!